Gebäude

Zeichnung des Gebäudes durch den Kölner Architekten Jean Schmitz; aus „Moderne Neubauten, Illustrierte Blätter für Architektur“, 1. Jg. 1894, hrsg. W. Kick (Quelle: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek, Inv. Nr. B 0772)

Das Gebäude Konrad-Adenauer-Ufer 101, in dem die Sozietät Pauka, von Dreden & Link untergebracht ist, entstand bis 1894 nach einem Entwurf des Kölner Architekten Jean Schmitz (* 22.09.1852, † unbekannten Datums). Jean Schmitz studierte 1872 und von 1877 – 1878 Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover und war ein Schüler des königlichen Baurats und Professors für Baukunst am Polytechnikum Conrad Wilhelm Hase.

In der Gegend nördlich des Kölner Kaiser-Wilhelm-Rings (heute Theodor-Heuss-Ring) entstand bis von 1894 bis 1897 eine offene, durchgrünte Bebauung für das gehobene Bürgertum. Das Konrad-Adenauer-Ufer (von 1897 bis 1969 Kaiser-Friedrich-Ufer) stellte als Abschnitt der Rheinuferstraße die Begrenzung des in der Nordstadt geplanten Villenviertels dar. Das Gebäude der Kanzlei bildet mit den Nachbarbauten ein schlossartiges Ensemble. Der Charakter des Hauses wird durch Fassadenschmuck in Neorenaissance-Formen sowie den Eckturm unterstrichen. Bis heute ist die Innenausstattung nahezu vollständig bewahrt: Wandvertäfelungen, historische Türen, die Haupttreppe, Farbverglasungen und Deckengestaltung veranschaulichen die gehobene Wohnkultur des Kölner Bürgertums im 19. Jahrhundert.

 

 

 

 

Postkarte vom 17.10.1914; schon 1914 war das Gebäude ein beliebtes Kölner Motiv. (Quelle: die Postkarte wurde uns durch Herrn Hans-Peter Kanzler überlassen)

Die Villa wurde in den 1920er und 1930er Jahren durch Dr. jur. Heinrich Billstein (* 23.01.1883, † 28.06.1956) bewohnt, welcher unter dem Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer von 1918 bis 1933 als Mitglied der Zentrumspartei Beigeordneter der Stadt Köln war, bis er am 18.03.1933 von den Nationalsozialisten amtsenthoben wurde.

In der Nachkriegszeit hatte das Haus wechselnde Bewohner und verfiel zusehends. Von 2009 bis 2012 wurde es aufgrund des Engagements des Kölner Investors Reinhold Rombach grundlegend saniert und erstrahlt seither im alten Glanz.

Heute ist die Kanzlei zur Kontrastierung der im historistischen Neorenaissance-Stil gehaltenen Außenfassade des Gebäudes mit Möbeln des Bauhauses und moderner Kunst eingerichtet.